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Wort und Weisung
Albrecht Goes 1908-2000
Dichterpfarrer und Humanist


Vielleicht war es ein besonderes Zeichen, daß das lange Leben des Menschenfreundes Albrecht Goes erst zu Ende ging, als das neue Jahrtausend sich ankündigte: Es scheint mir, als sei das Werk dieses Dichters ‚Gabe und Auftrag‘, uns geschenkt, zugesprochen in seiner Sprache.

Für uns Nachgeborene näherte er sich immer wieder schreibend, anschreibend gegen das Grauen und das Versagen, dieser Zeit, ohne der Verzweiflung zu viel Raum zu geben und ohne aufzugeben, daß hinter aller Katastrophe die Suche nach der Tröstung beginnen muß und wohl auch beginnen darf. Am Ende dieses Krieges und der Verbrechen hatte der junge schwäbische Pfarrer sich schon schreibend in die Welt hinaus gewagt. Als er aus dem Krieg zurückkehrt, ist er 37 Jahre alt und tief geprägt, unwiederbringlich ist er einer seelenvollen Beschaulichkeit verloren.

Geboren wurde Albrecht Goes am 22. März 1908 im Pfarrhaus zu Langenbeutigen, es ist der 76. Todestag Goethes. 1915-1919 besucht er das für die Wandervogelbewegung wichtige Gymnasium in Berlin-Steglitz, er lebt, seine Mutter war 1911 früh gestorben, in diesen Jahren bei der Großmutter. 1919-1922 Schulbesuch in Göppingen, 1922-1924 in Schöntal, dann Landesexamen in Württemberg, das ihm ein Stipendium verschafft, daraufhin im Theologischen Seminar in Urach, 1926 Reifeprüfung in Tübingen, Beginn eines Studiums der Germanistik und Geschichte, nach einem Semester 1927 in fünfter Generation Aufnahme des Studiums der evangelischen Theologie, wohnt im berühmten Tübinger Stift. Das Ringen um das Wort, das Gespräch, das lebendige eingebunden sein in die Tradition waren Leitmotive des Lebens und Wirkens des Menschen, des Pfarrers und des Dichters Albrecht Goes.

1930 beginnt er als Pfarrer im Württembergischen seinen Dienst in der Kirche, er wird Vikar in Echterdingen, dann an der Stuttgarter Martinskirche, dann im Oktober 1933 Pfarrer in Unterbalzheim, schließlich 1938 Pfarrer in Gebersheim bei Leonberg. Am 10. Mai 1940 wird er zum Militärdienst einberufen, Ausbildung zum Funker, Einsatz in Wien und Rumänien, 1942 schließlich Lazarett- und Gefängnispfarrer in der Ukraine (Lemberg, Winniza am Bug), dann in Ungarn, wieder in Österreich, im April 1945 amerikanische Kriegsgefangenschaft, Entlassung aus dem Lager Tittling bei Passau am 24. Juni 1945.

1932 schon erscheinen erste Verse noch im Selbstverlag, dann findet er Kontakt zum ‚Eckhart-Kreis‘, zur „Frankfurter Zeitung“, zur „Neuen Rundschau“, zum S. Fischer Verlag: Die Hirtin, Der Hirte, Lob des Lebens, so heißen die ersten Bücher.

Die Leitsterne seines Denkens und Fühlens stehen früh fest: Es sind neben den Namen der Gegend, die ihn hervorgebracht hat, Friedrich Hölderlin, Ludwig Uhland, Eduard Mörike, Johann Peter Hebel, Christian Wagner, besonders Goethe, Thomas Mann, Rilke und Hofmannsthal, und es ist die Musik Johann Sebastian Bachs und immer, immer wieder Mozart.

Albrecht Goes ist wohl einer der wenigen Autoren, der Thomas Manns Diktum, die Buchproduktion der Jahre 1933-1945 in Deutschland müsse man wohl einstampfen, es hafte ihnen allen Blutgeruch an, mit Recht widersprechen darf. Er hatte auch 1945 nichts zurückzunehmen, seine Texte sind von einem anderen Geist als dem herrschenden seiner Zeit, nicht geprägt von Heldentum und Sieg, von Blut und Boden, nicht von Rassenwahn und Fanatismus ist da die Rede, er redet über die Ehrfurcht:
Erst die Einsicht in die Gewalten, die uns fordern und umgeben, vermag die Selbstherrlichkeit heilsam zu begrenzen und der Selbstbehauptung ihre sittliche Würde zu verleihen. - geschrieben 1941/1942.
Es war Albrecht Goes, der im Jahre 1954 mit der Novelle Das Brandopfer einen der frühen Versuche in der Literatur nach 1945 unternahm, die deutschen Verbrechen am jüdischen Volk zum Thema zu machen. Die Metzgersfrau Walker, die jeden Freitagabend auf Anweisung des Gauleiters ihre Waren an die Juden verkaufen muß, sie erlebt, begreift dabei die Brutalität der Situation immer tiefer. Goes schildert schonungslos, wie die Frau immer stärker zur Mitwisserin, schließlich zur Mitleidenden wird, zur Vertrauten der Opfer. Fassungslos muß die einfache Frau mit ansehen, wie ihre Kundschaft von Woche zu Woche kleiner wird. Ihr geplantes Opfer, zur Sühne für die Verbrechen ihres Volkes gedacht, verwirklicht sich nicht, ein Jude rettet sie in einer Feuerbombennacht. Es sind Einzelne, die sich in der Goes‘schen Literatur mit dem eigenen Zeugnis gegen die totale Herrschaft wenden und bestehen.

Schon fünf Jahre zuvor hatte sich Goes in einem inzwischen in 18 Sprachen übersetzten und bereits dreimal verfilmten Prosatext zu Wort gemeldet. In Unruhige Nacht begleitet der „Kriegspfarrer“, wie sich der Ich-Erzähler des Textes selber nennt, einen zum Tode verurteilten jungen deutschen Soldaten durch dessen letzte Stunden, die letzten Gespräche bis zur Erschießung am Morgen. Zugleich kreuzt sein Weg ein Offizier, der auf dem Weg nach Stalingrad ist, ohne Rückkehr, ohne Zukunft, Station gemacht hat und darum bittet, die Nacht mit seiner Verlobten im Raum des Pfarrers als eine Art Hochzeitsnacht verbringen zu dürfen. Der Text besticht durch seine Verstörung, das Erschrecken ist auch ein halbes Jahrhundert nach der Veröffentlichung geblieben. Einen solchen Text hat wahrscheinlich nur schreiben können, wer mitleidend durch die furchtbaren Jahre der deutschen Verbrechen geschritten ist, wer sich dabei nicht schuldlos geblieben weiß, nicht ungezeichnet von eigenem Versagen, wer Zweifel und Hoffnungslosigkeit erlebt hat und Todesangst.

Albrecht Goes hatte sich zu einer politischen Konsequenz aus seinen Erfahrungen im und unter dem Faschismus entschlossen, ohne im üblichen Sinne ein politischer Schriftsteller zu sein. In den fünfziger Jahren, sicher Goes‘ größte Zeit, waren sein Engagement in der „Anti-Atom-Kampagne“ der SPD (1958), sein Aufruf zur Gründung der „Aktionsgemeinschaft gegen die atomare Aufrüstung“, sein öffentliches Eintreten gegen die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik, sein Auftreten gegen sie sog. „Notstandsgesetze“ ebenso politische Manifestationen wie sein jahrzehntelanges Engagement für das christlich-jüdische Gespräch in der Bundesrepublik.

Die Begegnung mit dem Judentum, insbesondere mit Martin Buber, begann schon in den 1930er Jahren. Die Biographie verzeichnet ausdrücklich einen Brief an den jüdischen Gelehrten vom August 1934, schon dies eine Standortbestimmung der besonderen Art, Kontakt zu einem solchen ‚Volksfeind‘ aufzunehmen. Jahrzehnte später hält Goes die Laudatio auf Martin Buber, als dem Beistand. Aus einem Antwortschreiben Bubers von 1934 zitiert Goes:
Ich habe keine Lehre. Wer eine Lehre von mir erwartet (...), der wird stets enttäuscht werden. Es will mir jedoch scheinen, daß es in unserer Weltstunde überhaupt nicht darauf ankommt, feste Lehren zu besitzen, sondern darauf, ewige Wirklichkeit zu erkennen und aus ihrer Kraft gegenwärtiger Wirklichkeit standzuhalten.
Heute will es scheinen, als träfen diese Worte auch auf Albrecht Goes zu.
Sorge, so sagte der Dichter damals am Ende seiner Würdigung Martin Bubers, Sorge um das Ich und um das Du. Um das Zusammen und Zugleich von Gottesdienst und Menschendienst. Um die Einigung des Zerfallenden. Und das so, daß immer der kleinste Raum vor Augen steht, der Bereich des Zwiegesprächs, und der größte Raum, wie ein Atem, der durchs Fenster hereinweht, geahnt, gewußt ist: das Volk, die Völker, alles Menschentum.
Auf die Frage, ob er ein christlicher Schriftsteller sei, hat Goes einmal geantwortet:
Ich hielt dafür, daß es gut sei, von großen und wichtigen Dingen nur sehr zurückhaltend zu sprechen. Nicht aus Ängstlichkeit, sondern aus einer gewissen Scheu.
Es war diese Scheu, diese Ehrfurcht, wie früher gesagt worden wäre, die ihn immer wieder bewog, sich vorsichtig, kreisend den Dingen und Erscheinungen zu nähern. In einem seiner mir schönsten Texte, Über das Briefschreiben, heißt es über den Ort des Briefes in der Reihe der menschlichen Äußerungen:
Sein Platz ist in mehrfacher Weise der Platz in der Mitte. Und zwar: in der Mitte zwischen Tagebuch und Gespräch. Wer ganz nach außen lebt, schreibt keine Briefe. Ihm genügt es, zu telephonieren, um dann von Zeit zu Zeit einmal ein gutes Gespräch zu führen. Wer ganz nach innen lebt, schreibt auch keine Briefe. Sein Feld ist die Meditation und das Tagebuch. Gespräch ist das herzbewegte Herüber und Hinüber, wo Wort einem Bruderwort begegnet, ständig begleitet von der lebendigen Anschauung, von Blick und Lächeln, Wink und Gebärde. Das Tagebuch ist der Ort der Selbstbesinnung und der Rechenschaft. Der Brief nun (...) ist zum Teil Gespräch, aber Gespräch mit unsichtbarem Partner: zu einem Teil Tagebuch, aber fremden Augen zugängliches. Er ist beides zugleich: entrückte Nähe und überbrückte Distanz.
Albrecht Goes war ein großer Briefschreiber. Schreiben, Sprache, Wort waren ihm dabei immer auch pastorales Mittel, Ausdruck seiner Sorge um den Menschen, den ihm anvertrauten Mitmenschen.

Die Sorge um das Du, das Gegenüber, hat ihn immer wieder bewegt. Aus dieser Sorge heraus entstand der Teil seines Schaffens, der ihm wohl selbst am nächsten stand, die Gedichte. In fünfzehn, zwanzig Zeilen das Mögliche sagen, darum hat er gerungen, das war ihm wichtig. Zwischen dem ersten Lyrikbändchen 1940 und seinem letzten Gedichtband liegen 56 Jahre. Es entstanden Texte von großer Einfachheit, einer melodiösen Sprache, die gerade dann besonders gelingt, wenn sie der Melodie der Sprache nachfühlt, nachspürt, nicht zu sehr nach einem Reim sucht.

Obwohl Goes selbst einmal an Hugo von Hofmannsthals Diktum aus dem Gespräch über Gedichte mahnt: „Lies ein Ganzes oder gar nichts“, sind es doch einzelne Verse, die einem einfallen, wenn die Rede auf die Lyrik von Albrecht Goes kommt:
Die unablösbare Kette
(...)
Vieles lernen die Knaben:
Sprachen und Länder und Zeit
Und den pythagoreischen Lehrsatz.
Einen Lehrsatz noch nicht:
NUSSBAUMHOLZ IST GUT FÜR GEWEHRKOLBEN.
(...)
Jetzt freilich würgt am Halse sogleich die
Unablösbare Kette:
BAUMFRUCHT FRUCHTKERN KERNHAUS
BLAUSÄURE AUSCHWITZ.
Aus unbeschwerter Jugenderinnerung an Bruder und Mutter bricht immer stärker die Zäsur seines Lebens, die Zäsur des 20. Jahrhunderts durch.
Die Langverstoßne

Synagoge, Straßburger Münster, Seitenportal
Im Abendschatten hört erschrockne Seele,
Dies Bild betrachtend, ein geheimes Lied:
Die Langverstoßne ist die Sehrgeliebte,
Die Blickverhüllte, siehe, die Betrübte:
Sie wartet und sie weiß. Sie ist‘s, die sieht.
Jahrhunderte der Blindheit und Verblendung, welch schmerzhaftes Warten.
Antlitz des Menschen
(...)
Süßem Leben zugleich und allen bitteren Fiebern,
Himmel und Erde teilhaftig bin ich geboren,
Mit dem versehrten und dennoch unendlich getrosten
Antlitz des Menschen.
Durch die Brüche hindurch, durch das, was nicht mehr heil ist, hindurch sehen, auf eine andere Wirklichkeit hin. Doch der Goes‘sche Ton kann auch anders klingen, trotz allem:
Sieben Leben

Sieben Leben möcht ich haben:
Eins dem Geiste ganz ergeben,
So dem Zeichen, so der Schrift.
Eins den Wäldern, den Gestirnen
Angelobt, dem großen Schweigen.
Nackt am Meer zu liegen eines,
Jetzt im weißen Schaum der Wellen,
Jetzt im Sand, im Dünengrase.
Eins für Mozart, für die milden,
Für die wilden Spiele eines.
Und für alles Erdenherzleid
Eins ganz, und ich habe -
Sieben Leben möcht ich haben! -
Hab ein einzig Leben nur.
Früh geprägt wurde die Goes‘sche Lyrik von Rainer Maria Rilke - zu dessen Tod schreibt er 1926 noch als Schüler in der „Göppinger Zeitung“ -, von Goethe natürlich und von Mörike, von Hermann Hesse, auf den er 1946 in südwestdeutschen Städten, ein Neubeginn in mancherlei Hinsicht, eine wichtige Rede hält.

Viele seiner Gedichte erscheinen im Laufe der Jahrzehnte in Anthologien, in Zeitschriften. Die Verse sollen die Lesenden nicht schockieren, sie singen vielmehr von Zeit und Ewigkeit, von der Liebe und vom Tod. Das mag antiquiert klingen, altmodisch gar, verstaubt, aber es ist mehr ein Ringen um den Menschen, ihn dort abzuholen, wohin das Schicksal ihn verschlagen hat. Und zugleich sind die Gedichte nie ein billiger Aufguß biblischer Texte. Auf wenig Raum, in ein paar Zeilen nur, auf das Wesentliche hinführen, auf das Eigentliche aufmerksam machen, darum ging es ihm.

Nach der Befreiung vom Faschismus waren Texte, wie sie Goes zu schreiben verstand, begehrt und nötig. Reinhold Schneider war im katholischen Umfeld ein weiteres Mal Bruder im Geiste und im Schreiben, wenn es darum ging, Neubestimmung zu verbinden mit der Verantwortung für das Geschehene.

Und Goes hat Verse nicht nur selbst geschrieben, er hat auch vielen die Verse anderer erschlossen, hat Türen geöffnet zur Deutung von Gedichten. Wegweisend war ihm dabei ein Wort, das er in einem seiner letzten Bücher schreibt: „Der Satz ist heilig.“ Genauigkeit im Umgang verband sich bei ihm mit einer umfassenden Bildung, die auch leisen Anspielungen noch nachzuspüren verstand, ohne die ganze Aura eines poetischen Textes aus dem Blick zu verlieren. Er war ein Meister der kleinen Form, des knappen Ausdrucks, verstand es, Wesentliches auch auf wenige Seiten zu bannen, hielt sich immer an Mozarts Weisung: „Gerade so viel, wie nötig ist.“

Neben das Bemühen, anderen Zugänge zur Lyrik zu öffnen, trat ebenso wichtig die Vermittlung hin zur Musik, zu Bach natürlich und ganz besonders zu Mozart. Dessen Musik ist ihm geprägt von einer
Leichtigkeit der Seele, die Frucht jener Heiterkeit des Herzens ist, die dem Credo entstammt.
Der Jubiläumsband 1988 seines, des S. Fischer Verlages mit dem Titel Mit Mozart und Mörike trägt zu Mozart Gedichte, Betrachtungen und Essays zusammen, die zugleich auch ein Stück Biographie einer lebenslangen Auseinandersetzung und Anregung sind. Treffend und knapp hatte Goes es einmal von Bach ausgehend auf diese Formel gebracht: „Er ist der Himmel, aber Mozart das Paradies.“

Seit 1953 lebt Goes als freier Schriftsteller in Stuttgart, erfüllt über zwanzig Jahre hin dabei einen Predigtauftrag an zwei Stuttgarter Kirchen, seine Landeskirche hat ihn zu diesem Dienst an der Gemeinde freigestellt.

1953 wird ihm der Hamburger Lessingpreis verliehen, das Große Bundesverdienstkreuz erhält er 1959, den Heinrich-Stahl-Preis der Jüdischen Gemeinde Berlin (W) 1962, den theologischen Ehrendoktor der Universität Mainz 1974, die Buber-Rosenzweig-Medaille 1978, viele weitere Auszeichnungen folgen, die Evangelische Akademie Bad Boll würdigt ihn schließlich zu seinem 90. Geburtstag mit einem Festakt: „Wo Wort ins Wesen trifft.“
Ich will beim Buchstab bleiben. Bis zuletzt,
so endet eines der letzten Gedichte, das noch einmal den Bogen seines lebenslangen Mühens schlägt, in dem er sich noch einmal in die Kette der Tradition einreiht, ein Fragment hinzufügt, hoffend, zuversichtlich trotz allem. Bewußt altmodisch ist er gewesen. Und hat damit etwas weitergetragen, was wir immer wieder brauchen werden und was im gleichen Gedicht so formuliert wird:
Dem schönen Fund zulob die Feder führend.
Die Freude einer Entdeckung feiern zu können und sich nahe wissend „in schweigendem Gespräch“, denen, von denen wir kommen.

Wir alle sind reich beschenkt worden, haben manche Anregung erfahren in seinen Bemühungen, durch sein Vertrauen in das Wort, das er vorgesprochen, vorgelebt hat, für Ruf und Echo, für die Quellen, die nicht versiegen.

Am 23. Februar 2000 ist Albrecht Goes in seinem Haus in Stuttgart-Rohr, in dem er über 40 Jahre gelebt und gearbeitet hat, dieser Welt gestorben. Es war der Mittwoch nach dem Sonntag Septuagesima, 70 Tage vor Ostern. Sein letztes Abendgebet waren Zeilen aus Tersteegens Abendlied, wie uns sein Freund Friedrich Hertel in der Totenpredigt wissen läßt:
Ins Heiligtum, ins Dunkle kehr ich ein:
Herr rede du, laß mich ganz stille sein.
Ganz nahe bei Eduard Mörike ist Albrecht Goes am 28. Februar 2000 auf dem Pragfriedhof in Stuttgart zur letzten Ruhe gebettet worden.
r.i.p.

Rainer Zimmer-Winkel M.A.
Eine ausführliche Fassung dieses Nachrufes erschien
in der Zeitschrift „Orientierung“ (Zürich).
 
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