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Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,
vor fünf Jahren hat Paul Löffler (1931-2010 -
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im AphorismA Verlag unter dem Titel
eine Annäherung an eine ökumenische Biographie veröffentlicht.
Anläßlich seines 80. Geburtstages am 29. Oktober 2011 erscheint
heute posthum sein Buch Ökumene im
Aufbruch, Erinnerungen zur ökumenischen Bewegung in den
1960er Jahren. Bis zu seinem Tod hatte Paul Löffler an diesem Text
gearbeitet, seine Frau Elisabeth und sein Freund Gert Rüppel
haben das Manuskript fertiggestellt.
Geboren im polnischen Lodz, das später Litzmannstadt heißen sollte,
und in Sichtweite des dortigen Ghettos aufgewachsen, führte Paul
Löfflers Weg über Flucht und Vertreibung nach Wiesbaden. Sein
Studium der evangelischen Theologie war ihm, wie auch sein Wirken
in der internationalen Ökumene, beim Weltkirchenrat, in seiner, der
evangelischen Kirche, im christlich-islamischen Gespräch, in den
Beziehungen zu den Palästinensern und zu Israel, immer auch
Auseinandersetzung mit der Verantwortung vor der Geschichte, der
Notwendigkeit zur Erinnerung und dem Ringen um Gerechtigkeit und
Versöhnung. Die Stellvertreterin des Kirchenpräsidenten
Oberkirchenrätin Cordelia Kopsch würdigte Löffler als „einen
der profiliertesten Ökumeniker der EKHN“. Wörtlich sagte sie:
„Paul Löffler hat viele neue Anstöße aus der Ökumene in
unsere Kirche eingebracht. Früher als viele andere hat er die
Notwendigkeit des interreligiösen Dialoges mit Muslimen
erkannt“, und weiter „international hat Löffler als
Kenner des Nahen Ostens und der arabischen Christenheit
gegolten.“
In Ökumene im
Aufbruch kommt Paul Löffler auf die für ihn prägenden
Erfahrungen mit der Ökumene zurück, und zwar - „frei
nach wahren Begebenheiten und im Sinne historischer
Personen“ - so hat er Anfang 2010 auf die Titelseite
geschrieben. Es geht ihm nicht um die genaue Dokumentation der
Geschichte der ökumenischen Bewegung, vielmehr beschreibt Paul
Löffler die besondere Atmosphäre des ökumenischen Aufbruchs in
exemplarischen Geschichten, was sie für den Leser / die
Leserin lebendig und nachvollziehbar macht.
Viel Spaß beim Lesen und Stöbern wünscht Ihnen,
Ihr AphorismA Team
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Paul Löffler
Ökumene im Aufbruch
Erinnerungen zur ökumenischen Bewegung in den 1960er Jahren
Mit einer Vorbemerkung von Philip Potter und Bärbel Wartenberg-Potter sowie einem Nachwort von Konrad Raiser
Herausgegeben aus dem Nachlaß und um ein Schlußkapitel ergänzt von Elisabeth Löffler und Gert Rüppell
AphorismA Verlag Berlin 2011
196 Seiten
ISBN 978-3-86575-028-0
15,00 EUR
Aus dem Geleitwort von Philip Potter und Bärbel Wartenberg-Potter:
„Die Botschaft des Buches heißt: Man kann
ökumenische Erfahrungen nicht anders ‚rüberbringen‘
als durch Geschichtenerzählen. Ja, eine Geschichte reicht da nicht
einmal aus. ‚Da könnte ich einen ganzen Roman schreiben‘,
pflegen wir zu sagen und so hat es Paul gemacht. Ein Leben ist zu
kurz, um all das zu erzählen, was einem weißen, gebildeten,
akademischen Mitteleuropäer wie Paul in der Ökumene widerfuhr. Wie
er verwandelt wurde, sich häutete, eine ökumenische Neugeburt
erlebte. Was er mit großartiger Verläßlichkeit durchstand und
durchsetzte. Wir lesen, wie ein ökumenischer Mensch entstand -
aus deutschen Wurzeln.
Noch ist die Begeisterung zu spüren, die in seinem Leben pulsierte.
Begeisterung, dieses ökumenische Urelement, die so viele ergreift,
wenn sie sich auf das Abenteuer der Grenzüberschreitung um des
Evangeliums willen einlassen. Paul Löffler erzählt von den
spannenden Menschen, großen und kleinen, berühmten, beeindruckenden,
unvergeßlichen Menschen, denen er begegnete. Von Orten, an denen es
herrlich war zu sein oder nur schwer auszuhalten, heiß und stickig,
wo es stinkt und lärmt oder entspannt und still ist; wo man aus
feinem Porzellan ißt und Zigarren raucht - oder auf schmutzigern
Pappdeckeln Weniges miteinander teilt. [...] Paul gehörte zu den
Menschen, die sich darauf eingeschworen haben, bei den
Müllarbeiter/innen oder in Fabrikhallen das Evangelium sichtbar zu
machen, in uneigennütziger Solidarität. Er will über Orte, Stimmungen,
Gespräche, Verhandlungen, kurz: ökumenische Geschichte, so lebendig
es nur geht, erzählen: Gemeinsames Essen, verquere Unterkünfte,
Moskitos, Schweiß und Tränen, krumme Flugzeuglandungen, Lachen,
Verhandeln, Planen, Beten, Schweigen.“
Konrad Raiser im Nachwort:
„Nicht um genaue Dokumentation geht es ihm, sondern er möchte
für eine nachgewachsene Generation in exemplarischen Geschichten
die besondere Atmosphäre des ökumenischen Aufbruchs in den sechziger
Jahren lebendig und nachvollziehbar machen. So entsteht für den
Lesenden ein außerordentlich farbiges Bild dieser wichtigen Epoche
für die Entwicklung der ökumenischen Bewegung. Hauptakteure,
Visser‘tHooft, Newbigin, Blake, Vischer, Papst Paul VI.,
Kardinal Bea u.a., bleiben nicht nur Namen, sondern bekommen ein
unverwechselbares Gesicht und man wird eingeladen, an ihren
Gesprächen und Auseinandersetzungen teilzunehmen.“
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