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Mit einem Nachwort von Hans Bender
Gilles & Francke Verlag Duisburg 1976
128 Seiten - ISBN 3-921104-24-6
Aus dem Nachwort
„Man muß das Schicksal von Rose Ausländer nicht kennen, auch nicht wieder ihre Biographie nacherzählen, um von den Gedichten, die im neuen Band „Noch ist Raum“ versammelt stehen, betroffen zu sein. Gedichte, die keine Zweifel wecken: Wozu Lyrik heute?
Eine Stimme spricht aus ihnen. Sie sagt: „Ich nehme Zuflucht / zur Flucht.“ Sie sagt: „Ich schlage die Zeit tot / mit dem Hammer / aus Worten.“ Sie sagt: „Ich freue mich“, „Ich tröste mich“, „Ich lebe“, „Ich suche“, „Ich fliege“, „Ich liebe“.
Die Stimme macht deutlich: Der Drang, Gedichte zu schreiben, ist ein unverzichtbarer. „Wer bin ich / wenn ich nicht / schreibe.“
Es gibt nur diese einzige Möglichkeit, zu bestehen und zu überstehen. Die Möglichkeit, der Vergangenheit und Gegenwart Herr zu werden.
Die Vergangenheit, als sie noch heil war: Czernowitz, der Pruth, die Karpaten, „das Buchenland“: „Vier Sprachen / Viersprachenlieder / Menschen / die sich verstehen“; Vergangenheit, als die Gemeinschaft, der Rose Ausländer entstammt, die dem Tod und der Vernichtung ausgesetzt war: „es ging ja ums Leben / wir rangen mit Noah / aber er rang nicht mit / Gott / ließ uns fallen.“
Wer überlebte, lebte weiter mit Alpdrücken und neuen Hoffnungen: „Auf der Oberfläche / des Untergangs / schimmern Sterne“.
Und: „Tote Freunde / klagen dich an / du hast überlebt ... Du trauerst um ihren Tod / und machst Gedichte / aufs Leben.“
Gedichte, die aber auch kein anderes Thema auslassen: Sonne, Mond, Sterne, Himmel, Landschaften, Flüsse, Städte, Zigeuner, Vögel, Spiegel, Menschen, Stimmungen, Gefühle, Sprache. Nach eigenem Bekenntnis: „Alles - das Eine und das Einzelne.“
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